Die tausend Teile meines Herzens von Colleen Hoover

Colleen Hoover
Die tausend Teile meines Herzens
dtv Verlag
Preis für TB/E-Book: 14,95€/ 12,99€
*Rezensionsexemplar

Cover © dtv Verlag

Mit der Schule hat Merit abgeschlossen, da will sie nicht wieder hin. Genau das hat sie beschlossen, als sie in den Antiqituätenladen geht, um sich einen Pokal zu kaufen. Ja genau, einen Pokal, denn genau die sammelt Merit und es kommt jedes Mal ein neuer dazu, wenn sie etwas besonders Prägendes erlebt. Doch dieser Besuch verändert alles. Denn genau dort trifft sie Sagan und verliebt sich unsterblich. Er küsst sie und sie fühlt sich so lebendig wie noch nie zuvor – bis sich plötzlich herausstellt, dass er ausgerechnet der Freund ihrer eineiigen Zwillingsschwester Honor ist, der ihr ab dann auch noch jeden Tag zuhause über den Weg läuft. Merit will ihm nur aus dem Weg gehen, aber das ist nicht so leicht wie gedacht. Vor allem als sich das Drama in der Familie zuspitzt und Merit immer mehr das Gefühl bekommt, dass Sagan der einzige ist, der sie überhaupt noch bemerkt.

Allzu viele Bücher von Colleen Hoover habe ich bisher nicht gelesen, das gebe ich zu, aber die, die ich bisher in die Finger bekommen habe, haben mir wirklich gut gefallen und dementsprechend hoch waren nun meine Erwartungen.
Leider konnten sie jedoch nicht erfüllt werden. Ich habe mich ziemlich schwer getan mit diesem Buch, denn es war mir einfach zu viel. Zwar steht Merit durchaus im Fokus des Romans, denn aus ihrer Sicht wird auch erzählt, aber es gibt so viel Drama um sie herum, dass sie in meinen Augen untergegangen ist. Gut, in gewisser Hinsicht passt das zur Entwicklung der Geschichte, aber mich hat es dennoch gestört. Es sind insgesamt acht Bewohner in diesem Haus und jeder einzelne dieser Charaktere ist sehr speziell (den 4-jährigen Moby rechne ich mal raus). Die Familiendynamik ist sehr angespannt, ständig gibt es Streit und jeder hat seine Geheimnisse, die irgendwann aufgedeckt werden und die nicht gerade banal sind.
Ich hätte mir wirklich gewünscht, dass man das Drama in diesem Bereich ein wenig herunterfährt und dafür Merit und ihren Problemen mehr Raum gibt, denn genau an der entscheidenden Stelle, wo ich mir Drama pur gewünscht hätte, wird diese Dynamik ausgebremst.
Die Themen, um die sich dieses Buch dreht, finde ich durchaus wichtig und finde es auch gut, dass sich damit auseinandergesetzt wird. Es geht um Zusammenhalt und Vertrauen, darum, miteinander zu reden und Probleme zu lösen, statt sie zu verschweigen und darum, dass man sich manchmal Hilfe suchen muss, wenn man selbst nicht mehr weiter weiß.
Alles das gefällt mir total gut und es regt auch zum Nachdenken an, aber für mich ist der Roman zu überladen. Manchmal ist weniger mehr. Dieses Familiendrama bietet Stoff für mehr als einen Roman.

3 von 5 Bäumchen

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