Wicker King von Kayla Ancrum

Kayla Ancrum
Wicker King
dtv Verlag
Preis für HC/E-Book: 16,95€/14,99€
*Rezensionsexemplar

Cover © dtv Verlag

Jack und August sind beste Freunde, auch wenn sie in der Schule nie viel miteinander zu tun haben. Sie sind so unterschiedlich, haben so unterschiedliche Interessen, dass ihre Freundeskreise einfach nicht zusammenpassen. Doch nach der Schule verbringen sie ihre Zeit immer gemeinsam. Aber in letzter Zeit verhält sich Jack immer seltsamer. Er hat Wahnvorstellungen, die er vor allen außer August verbirgt. Es ist, als würde er in einer Parallelwelt leben, die unsichtbar für alle über ihrer eigenen schwebt. In dieser Welt ist Jack der Wicker King und August sein treuester Gefährte. Doch Dunkelheit macht sich breit und der Wicker King muss seine Welt retten. August weiß nicht, was er tun soll, um Jack zu helfen, aber am Ende sieht er nur eine Lösung: Er muss Jack helfen, egal in welcher Welt. Kopfüber stürzt er sich zusammen mit seinem besten Freund in eine Welt voller Abenteuer und Gefahren, die sie beide das Leben kosten könnte.

Es hat ein paar Seiten gedauert, bis ich richtig in dieser Geschichte drin war und mitfiebern konnte. Das Buch besteht nicht aus Kapiteln, sondern aus einzelnen Szenen, die nacheinander erzählt werden. Der Verlauf der Handlung schreitet normal voran, aber anfangs ist es ein bisschen verwirrend, dass man sich öfter neu orientieren muss, weil die Szenen nicht immer direkt zusammenhängen.
Unterlegt sind diese Abschnitte immer wieder mit Bildern, Zeichnungen und Berichten.
Erzählt wird dieses Buch aus der Perspektive von August, Jacks bestem Freund. Er erlebt all diese Dinge in der Fantasiewelt nicht selbst, sondern durch Jack. Die Wesen, die Jack sieht, lässt er sich beschreiben, versucht sich alles genau vorzustellen, was sein Freund sieht und welchen Aufgaben sie sich stellen müssen.
August weiß, dass sein bester Freund ein Problem hat, aber zu einem Arzt will Jack nicht und da sie beide noch minderjährig sind, sieht er die einzige Lösung darin, Jack zu unterstützen. 
Ich finde es beeindruckend, was August alles für seinen Freund tut, doch vor allem kam seine Hilflosigkeit sehr gut rüber. Man merkt genau, dass er helfen WILL, aber nicht kann. Die beiden haben nur einander, ihre Eltern schenken ihnen so gut wie keine Beachtung und merken nicht, wie sich Jacks Zustand immer mehr verschlimmert. Sie merken nicht, dass auch August immer mehr verzweifelt. 
Gerade diese psychologische Komponente, die hinter der Geschichte steckt, fand ich super interessant und wirklich gut umgesetzt.
Auch die Seitengestaltung fand ich grandios, an der der Verlauf von Jacks Krankheit deutlich gemacht wird, indem die Seiten immer düsterer werden.
Einziges Manko an diesem Buch ist für mich, dass es in diesem Buch Sexszenen gibt, die von der Sprache her schon sehr derb sind. Ich verstehe durchaus, dass sie ein Mittel für August sind, um auch mal loszulassen und der Realität zu entfliehen, aber in einem Jugendbuch sollte man da doch ein bisschen vorsichtiger sein, wie man solche Dinge umschreibt.
Dafür also einen kleinen Abzug für ein Buch, das mich ansonsten begeistern konnte.

4 von 5 Bäumchen

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